Fließwege- und Starkregengefahrenkarten

Wozu es Fließwege- und Starkregengefahrenkarten braucht.

Gerade nach langen und intensiven Dürreperioden wie im Sommer 2026 ist der Boden kaum dazu in der Lage viel Wasser auf einmal aufzunehmen. In diesen Fällen reicht bereits starker Gewitterregen, sodass der Niederschlag kaum versickern kann und daher oberirdisch abfließt. Das Wasser sucht sich dabei immer den einfachsten und vor allem kürzesten Weg: Dadurch können sich Straßen plötzlich zu rasanten Abflusswegen entwickeln, kleine Gewässer zu reißenden Bächen werden und Wasser sich auf einmal auf dem eigenen Grundstück aufstauen.

Um vorherzusagen wo Oberflächenwasser im Falle des Falles abfließt oder sich aufstaut, wurden im Rahmen des Starkregenprojektes der ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel 12 Modelle für ausgewählte Gefahrenbereiche der Kommunen erstellt. Diese Karten sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die anschließende Erarbeitung von Maßnahmen. Auch für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz sind die Starkregenkarten ein wichtiges Hilfsmittel, um abschätzen zu können, welche Grundstücke besonders betroffen sein werden bzw. welche Straßen ggfs. nicht mehr befahrbar sind. Schließlich stellen die Hinweiskarten vor allem auch für Grundstücksbesitzer und Hauseigentümer ein wichtiges Hilfsmittel für die private Vorsorge dar.

Die 12 Modellgebiete im Rupertiwinkel

Insgesamt wurden von den ILE Kommunen 12 Gebiete genannt, die genauer betrachtet werden sollen. Ausgewählt wurden dabei Gebiete, die in der Vergangenheit bereits von Starkregen betroffen waren und für die aus Sicht der Kommune ein hohes Gefährdungspotential besteht.

Folgende Gebiete wurden ausgewählt:

  • Obere Siedlung Tittmoning
  • Wiesmühl bei Tittmoning
  • Rothanschöring
  • Gewerbegebiet Kirchanschöring
  • Kühnhausen
  • Dorfmitte Petting
  • Feichten
  • Hirschhalm
  • Dopplmühl
  • Weibhausen
  • Mühltal Taching
  • Dorfmitte Tengling

Wie unsere Starkregengefahrenkarten entstanden sind: der Prozess im Überblick

Datengrundlage und Erstellung Geländemodell

Höchauflösende Laserscan-Daten bildeten die Grundlage zur Erstellung eines digitalen Geländemodells. Dieses zeigt Höhenkurven, Senken und bildet damit potentielle Abflusspfade ab. Das Geländemodell war die Grundlage für die anschließende Vorort-Begehung, bei der die Modelldaten mit der Realität abgeglichen wurden.

Ortsbegehungen

Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung mit Vertretern der Kommunen wurden die Besonderheiten vor Ort betrachtet und besprochen. Die Ortsbegehung bildete eine wichtige Grundlage für die weitere Modellerstellung und soll sicherstellen, dass die Karten die Situation vor Ort so genau wie möglich abbilden.

Hydraulische Simulation & Modellierung

Nach den Ortsbegehungen waren noch einige Vermessungen durch das Ingenieurbüro notwendig, um die vorliegenden Daten mit weiteren Informationen (z.B. bestehende Hochwasserschutzbauten, Durchlässe, Bordsteine etc.) zu füttern. Anschließend erfolgte die Ermittlung der Effektivniederschläge und die Erstellung der ersten Modelle. Diese wurden anschließend den Kommunen mit der Bitte um Plausibilisierung vorgelegt, die die Ergebnisse bestätigt oder ergänzt haben.

Finalisierung & Übergabe an die Kommunen

Zu Ende 2025 lagen die finalisierten und plausibilisierten Starkregenkarten vor. Diese wurden anschließend an die Kommunen übergeben und bilden ab sofort die Basis für die kommunale (Bauleit-)Planung sowie die Entwicklung konkreter Maßnahmen und Handlungsempfehlungen.

Was zeigen die Starkregengefahrenkarten?

Die Karten dienen als Werkzeug für die kommunale Bauleitplanung, die Flächenentwicklung sowie für die kommunale Einsatzplanung gemeinsam mit der Feuerwehr.

Mithilfe der Karten können Haus- und Grundstücksbesitzer:innen schnell erkennen, ob das eigene Grundstück betroffen ist und wo welche Fließwege laufen. Die Karten sind somit ein hilfreiches Mittel für die Eigenvorsorge.

Welche Häuser und Infrastrukturen werden zuerst betroffen sein? Welche Zugangswege sind ggfs. nicht mehr befahrbar, weil sich Wasser dort aufstaut? Diese und weitere Fragen werden durch die Karten beantwortet.


Karten für Ihre Gemeinde einsehen?

Die vollständigen Fließwege- und Starkregenkarten können entweder bei der ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel oder direkt bei Ihrer Gemeindeverwaltung eingesehen werden.

Kontakt

Projektverantwortliche:

Telefonnummer:

E-Mail:

Hinweis: Für Bürger:innen der Gemeinde Fridolfing gibt es eine eigene Informationsseite auf der Gemeindewebsite, auf der auch die Starkregenkarten eingesehen werden können.


Starkregengefahrenkarten und dann?

Für die nachfolgende Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen stellten die Starkregengefahrenkarten einen zentralen Baustein dar. Auch für die Umsetzung des vom Fachexpertenrat entwickelten Anpassungskonzepts durch die Kommunen sind die Starkregengefahrenkarten wichtig.


Hinweise zum Fördergeber

Das Projekt wird mit dem Förderkennzeichen 67DAS280 durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Projektträgerin, und damit mit der Durchführung und Abwicklung des Vorhabens beauftragt, ist die PT Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Förderschwerpunkt: 3 – Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen

Link zum BMUKN: https://www.bundesumweltministerium.de/themen/klimaanpassung/ueberblick-klimaanpassung

Link zur ZUG: https://www.z-u-g.org/das/