Was tun bei Starkregen?

Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall

Starkregen ist ein regionales Wetterphänomen, das derzeit noch schwer vorhersagbar ist und überall auftreten kann. Aufgrund der Kurzfristigkeit mit der solche Ereignisse auftreten kann, ist eine kurzfristige Vorsorge oftmals nicht möglich, weshalb es sinnvoll ist, sich bereits jetzt mit dem eigenen Risiko auseinanderzusetzen.

Für Haus- und Grundstücksbesitzer:innen ist es einerseits wichtig in welchem Umfang das eigene Grundstück betroffen sein kann; andererseits muss man wissen, wie man sich während einem Starkregenereignis richtig verhält. Entscheidend ist der frühzeitige Wasserrückhalt: also dort wo das Wasser fällt. Auch als Haus- und Grundstückseigentümer:in gibt es hierfür zahlreiche Möglichkeiten!

Was bei der Eigenvorsorge zu berücksichtigen ist

Gefährdung prüfen

Im ersten Schritt wird empfohlen sich mit den konkreten Risiken seines Gebäudes bzw. Grundstückes auseinanderzusetzen. Hierzu unterstützen einerseits die Starkregengefahrenkarten. Aber auch die Checkliste des Hochwasser Kompetenz Centrums kann einen ersten Eindruck geben, wie hoch das Risiko für das eigene Gebäude bzw. Grundstück ist.

Wichtiger Hinweis: Die Starkregengefahrenkarten können immer nur eine ersten Eindruck von der Situation vor Ort geben. Individuelle Gegebenheiten vor Ort (Höhe des Gebäudes, Bordsteinkante usw.) können sich auf das tatsächliche Risiko auswirken. Zur besseren Abschätzung der Gefahrenlage vor Ort wird empfohlen sich mit dem Bauamt der jeweiligen Kommune in Verbindung zu setzen.

Bauliche Schutzmaßnahmen

Je nach der Gefährdungslage vor Ort werden unterschiedliche bauliche Schutzmaßnahmen empfohlen, die zwischen sofort und mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen unterschieden werden. Unabhängig von dem individuellen Risiko ist es sinnvoll mit Sandsäcken für den Ernstfall vorzusorgen, die Kellerfenster auf Dichtigkeit zu prüfen und die Regenrinnen von Blättern zu befreien (Laubsieb!). Auch sollten wertvolle Gegenstände gerade bei höherer Gefährdungslage nicht im Keller gelagert werden.

Zu den mittelfristig umsetzbaren baulichen Schutzmaßnahmen gehören die Installation von Rückstausicherungen, die Erhöhung der Bodenschwellen an den Kellereingängen, aber auch erhöhte Lichtschächte sowie ggfs. mobile Hochwasserschutzsysteme für Haus- und Terrassentüren.

Vorsorgen für den Notfall

Damit die Vorsorge nicht erst beim Starkregenereignis selbst beginnt, sollten im Vorfeld bereits wichtige Dokumente gesichert werden (Versicherungspolicen!) sowie eine Notfallausrüstung an einem sicheren Platz deponiert werden. Auch kann es sinnvoll sein Fotos von Wertgegenständen zu machen.

Sinnvoll ist auch wichtige Kontakte zu vermerken, damit Telefonnummern der Einsatzkräfte oder auch von lokalen Fachbetrieben schnell zur Hand sind.

Tipp: Auf unserer Checkliste können wichtige Telefonnummern direkt vermerkt werden!

Schon versichert?

Eintretendes Wasser kann schnell zu hohen Folgeschäden führen. Anders als bei Hochwasser kann Starkregen überall stattfinden, weshalb selbst Gebäude fernab von Gewässern betroffen sein können. Aus diesem Grund ist es wichtig sich mit der eigenen Gefährdungslage (Starkregengefahrenkarten) auseinanderzusetzen und eine Elementarschadenversicherung für den Notfall abzuschließen.

Weitere Informationen zur Elementarschadenversicherung gibt’s beim Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie:

Wie bei Starkregen verhalten?

Starkregen ist ein nicht zu unterschätzendes Wetterereignis, das im schlimmsten Fall Gefahr für Leib und Leben bietet. Aufgrund der schlechten Vorhersagbarkeit dieser Ereignisse und der kurzen, intensiven Niederschläge sind die Auswirkungen meist schlecht vorherzusagen. Aus diesem Grund ist die Verwendung einer Warn-App (z.B. NINA) zu empfehlen, deren Warnungen unbedingt ernst zu nehmen sind.

Im Ernstfall sind einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Keller und tiefergelegene Räume meiden
  • NICHT durch überflutete Straßen fahren oder gehen (diese können gerade für Kinder oder ältere Personen lebensbedrohlich sein)
  • Abstand zu elektrischen Anlagen halten
  • Kinder und Haustiere im Blick behalten
Starkregenschutzmaßnahmen fördern lassen?

Die schlechte Nachricht: In Bayern gibt es für private Starkregenschutzmaßnahmen derzeit nicht viele Fördermöglichkeiten (Stand August 2026).

Daher können nur Kombinationen wie mit dem Steuerbonus für Handwerkerleistungen (bis Ende 2026 sind noch 20% der Arbeitskosten von der Steuer absetzbar, ab 2027 nur noch 15%) oder der Energetischen Sanierung genutzt werden. Letztere macht Sinn, wenn ohnehin ein Tausch von Fenstern und oder Türen geplant ist, wonach gleich hochwassersichere Modell gewählt werden können.

Checkliste Eigenvorsorge bei Starkregen

Unsere Checkliste bietet einen schnellen Überblick, was bei der Vorbereitung für Starkregen zu berücksichtigen ist. Von der Abschätzung der eigenen Risiken (Starkregengefahrenkarten), der Planung und Umsetzung baulicher Schutzmaßnahmen bis zu Verhaltensregeln im Notfall: mit unserer Checkliste sind die grundlegenden Elemente der privaten Starkregenvorsorge abgedeckt.

Weiterführende Informationen

Noch Fragen? Gerne stehen wir zu eurer Verfügung!

Projektverantwortliche:

Telefonnummer:

E-Mail:

Starkregenvorsorge im Projektzusammenhang


Hinweise zum Fördergeber

Das Projekt wird mit dem Förderkennzeichen 67DAS280 durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Projektträgerin, und damit mit der Durchführung und Abwicklung des Vorhabens beauftragt, ist die PT Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Förderschwerpunkt: 3 – Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen

Link zum BMUKN: https://www.bundesumweltministerium.de/themen/klimaanpassung/ueberblick-klimaanpassung

Link zur ZUG: https://www.z-u-g.org/das/