Woher kommt eigentlich unsere Schokolade? Hortkinder in Kirchanschöring gehen der Sache auf den Grund

Kirchanschöring. Wo wächst Kakao? Wie wird aus einer Bohne eine Tafel Schokolade? Und ist das eigentlich fair, was die Menschen dafür bekommen, die ihn anbauen? Diesen Fragen sind die Kinder des Hortes an der Mittelschule Salzachtal in Fridolfing kürzlich bei einem Schokoladen-Workshop nachgegangen, den die ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel im Rahmen ihrer Arbeit als Fairtrade-Region veranstaltet hat.

Im Mittelpunkt stand die Geschichte von Daniel, einem zehnjährigen Jungen aus der Elfenbeinküste, dessen Familie Kakao anbaut. Anhand seines Berichts erfuhren die Kinder, wie aufwendig der Anbau ist, wie lange ein Kakaobaum braucht, bis er Früchte trägt, und welche Arbeitsschritte nötig sind, bevor aus der Bohne überhaupt Schokolade werden kann.

Kakao wächst nur am Äquator – und die Kinder wussten es selbst

Besonders gut hat den teilnehmenden Kindern die Arbeit mit der Weltkarte gefallen: Gemeinsam suchten sie die Elfenbeinküste und überlegten, wo Kakao sonst noch wachsen könnte. Ein Kind hatte die Antwort dabei erstaunlich schnell parat: Kakao gedeiht vor allem rund um den Äquator, wo es das ganze Jahr über warm und feucht ist, der sogenannte „Schokoladen-Gürtel der Erde“.

Auch beim Thema Fairer Handel zeigten sich die Kinder bestens vorbereitet. Da im Hort erst kürzlich ein Projekt zu Kinderrechten stattgefunden hatte, konnten viele schnell eine Verbindung herstellen: Wer hart arbeitet, sollte auch fair dafür bezahlt werden, das galt für die Kinder als selbstverständlich, auch wenn es um Familien am anderen Ende der Welt geht.

Höhepunkt des Workshops war eine kleine Verkostungsstation: Die Kinder durften rohe Kakaobohnen, Kakaonibs, Kakaomasse, Kakaobutter und Kakaopulver probieren und riechen, bevor sie am Ende ein Stück faire Schokolade bekamen. Nicht alles kam dabei gut an – vor allem die reine Kakaomasse sorgte für ein paar überraschte Gesichter und wurde von den meisten Kindern als deutlich zu bitter empfunden. Genau das erwies sich als guter Lerneffekt: Auf einmal wurde greifbar, wie viele Schritte und wie viel Zucker nötig sind, bis aus dem bitteren Rohstoff die süße Schokolade wird, die alle kennen.

Der Workshop ist Teil der Bildungsarbeit, die die ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel als anerkannte Fairtrade-Region im Rahmen ihrer kommunalen Entwicklungspolitik (KEpol) anbietet. Ziel ist es, schon junge Kinder für Themen wie nachhaltigen Konsum, globale Zusammenhänge und faire Handelsbedingungen zu sensibilisieren – altersgerecht, mit viel Anschauungsmaterial und ohne erhobenen Zeigefinger.