Wasserknappheit in Kommunen – diesseits und jenseits der Grenze

Nach einem Sommer, der vielerorts Spuren hinterlassen hat, haben sich am Dienstag, 6. Oktober, in Laufen Kommunen aus dem Salzburger Flachgau-Nord sowie aus dem bayerischen Rupertiwinkel entlang der Salzach bis zu Traun und Alz zum Thema Wasserknappheit ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gemeinden beiderseits der Grenze mit zunehmender Trockenheit umgehen und sich gemeinsam besser darauf vorbereiten können.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bürgermeister Hans-Jörg Birner (Gemeinde Kirchanschöring) und Bürgermeister Franz Gangl (Gemeinde St. Georgen) sowie per Videobotschaft von der bayerischen Staatsministerin Michaela Kaniber und dem Salzburger Landesrat Maximilian Aigner. Fachbeiträge des Landes Salzburg und des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz beleuchteten das Thema aus Sicht der Verwaltung. Ein Beispiel aus der Praxis lieferte die Wassergenossenschaft St. Georgen bei Salzburg. Lebhaft wurde es bei der Podiumsdiskussion, in der Bürgermeister, Vertreter von Wassergenossenschaften sowie das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und das Referat Wasserwirtschaft des Landes Salzburg ihre Erfahrungen austauschten.
Klimawandel schreitet schneller voran als erwartet
Eine zentrale Erkenntnis aus Sicht der Verwaltung: Der Klimawandel schreitet unerwartet schnell voran. Umso dringender ist konsequenter Klimaschutz. Zugleich ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels längst eine aktuelle Notwendigkeit. Das Beispiel aus St. Georgen machte deutlich, dass bei Wasserknappheit vorausschauendes Handeln und das Nutzen von Synergien entscheidend sind. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass bei Neubauprojekten künftig Vorrichtungen zum Wasserrückhalt mitgeplant werden müssen, um die Wasserversorger an Spitzentagen zumindest in Bezug auf Brauchwasser zu entlasten.
Als Lösungsansätze wurden individuelle Regionalkonzepte sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden genannt – insbesondere mit Blick auf überregionale, großflächige Strategien für einen wassersensiblen Umgang mit der Ressource. Zudem wurde betont, dass Maßnahmen gegen Wasserverschwendung auf allen Ebenen mitgetragen werden müssen.
Entsiegelung als gemeinsames Zukunftsprojekt
Andreas Bratzdrum, Bürgermeister der Stadt Tittmoning, hob die Bedeutung von Entsiegelung hervor: Werden versiegelte Flächen geöffnet, kann Regenwasser besser im Boden versickern. Gleichzeitig gewinnt der öffentliche Raum für die Bürgerinnen und Bürger deutlich an Aufenthaltsqualität. Bratzdrum regte deshalb ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt an, in dem sich Gemeinden diesseits und jenseits der Grenze zusammenschließen, um versiegelte Plätze gemeinsam neu zu beleben.
Über das Projekt
Die Veranstaltung war Teil der grenzüberschreitenden Reihe „Zukunft fair gestalten – Klimafreundlich im Alltag“. Das Projekt wird aus dem Programm Interreg Bayern-Österreich 2021–2027 gefördert. Projektpartner sind die ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel, die LEADER Region Flachgau-Nord und die LEADER Region Traun-Alz-Salzach.
Die nächsten Termine der Reihe:
Freitag, 23. Oktober 2026: Rest(e)los Kochen in St. Georgen
Donnerstag, 19. November 2026: Pubquiz in Kirchanschöring
Mehr zum Projekt gibt’s hier: