
Starker Start der diesjährigen Waginger Filmtage – mit einem Film der Nahe geht
Waging am See, 22.07.2026
Mit einem Film, der unter die Haut geht, haben am Dienstag die Waginger Filmtageihren Auftakt gefeiert. Trotz einiger Regenwolken blieb es trocken, und rund 110 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg in den Kurpark. Gezeigt wurde die Dokumentation The Chocolate War, organisiert im Auftrag der Gemeinde Waging und der ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel e.V. in Zusammenarbeit mit INKOTA. Der Film zeigt eindrücklich, wie Kinderarbeit und Sklavenarbeit mit Kindern im Kakaoanbau weiterhin Realität sind – und warum Fairtrade für Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Rolle spielt. Lisa Seehuber von der ILE Rupertiwinkel war vor Ort und betonte, dass jede und jeder im Alltag etwas tun kann. „Fast alle (Bio-)Supermärkte und auch die meisten Drogerien haben inzwischen zumindest eine der wirklich fairen Schokoladen im Sortiment“, sagte sie. Wer sich nicht durch verschiedene Marken arbeiten möchte, sei im Weltladen am besten aufgehoben: Dort wird ausschließlich Schokolade verkauft, bei denen die Kakao-Bäuerinnen und -Bauern einen fairen Preis erhalten. „Dass faire Schokolade teurer ist, sei notwendig: ,,Ja, faire Schokolade kostet mehr. Aber Schokolade ist auch ein Genussmittel und dafür sollten wir alle einen fairen Preis bezahlen.“ Wagings 2. Bürgermeisterin Barbara Krautenbacher war ebenfalls anwesend. „Es beginnt schon damit, was kaufe ich ein und was lege ich in meinen Einkaufswagen. Und damit kann ich schon beeinflussen, was unter welchen Bedingungen produziert wird und wer davon profitiert. Nicht nur global, auch Bioregional.“ so Krautenbacher. Ein Tipp von Lisa Seehuber: „sich informieren, anhand der verschiedenen Label, die auf den Lebensmitteln vorhanden sind und bewusst einkaufen, das ist das aller wichtigste!“

Günter Wimmer, Gründer der Waginger Filmtage, blickte auf die Entwicklung des Events zurück. ,,Damals 2009 mit einem kleinen Beamer und einer Leinwand wurde die Veranstaltung noch belächelt“, erinnerte er sich. Dieses Jahr finden die Filmtage zum 18. Mal statt und seien „eine richtige etablierte Marke“. Viele Menschen kämen aus den umliegenden Landkreisen, oft verbunden mit einem Besuch in der Gastronomie. Besonders wichtig ist ihm die Offenheit des Formats: „Wir freuen uns sehr, wenn Leute kommen, die noch nie da waren. Die meisten Menschen schauen abends fern, also wieso nicht mal aus der Routine raus, den Campingstuhl einpacken und hier einen Film sehen, den man vielleicht nicht mal kennt.“ Seit sechs Jahren gehört Samuel Bienzle zum Organisationsteam. Er betonte, dass die Filmtage mehr bieten als Filmvorführungen. Vor den Vorstellungen gibt es Verlosungen und Aktionen. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag steht die Torwand des TSV Palling bereit – für jeden Treffer erhalten Kinder und Jugendliche einen Zwei-Euro-Gutschein, gesponsert von der Gemeinde beim Edeka Yilmaz in Waging. Am kommenden Dienstag bekommen die ersten 50 Besucherinnen und Besucher im Fußballtrikot ein Gratisgetränk an der XJ-Getränkeschänke, gesponsert von der Gemeinde. Musikalische Begleitung durch Harfe und Hackbrett sorgt am Dienstag und Donnerstag für eine gemütliche Atmosphäre. Ein besonderer Programmpunktfolgt am Donnerstag: Am Donnerstag soll ein Familientag sein mit Pumuckl“, sagte Bienzle. Gemeinsam mit Serkan Yilmaz vom Edeka Yilmaz und der Gemeinde wurden dafür 150 Eis gesponsert, die an alle Kinder bis zwölf Jahre ausgegeben werden. Es wird versucht, den Film früher zu starten, aber kommt natürlich auf den Einbruch der Dunkelheit an.“ Auch kulinarisch ist für alles gesorgt: Der Foodtruck von Marina und Stefan Schwarz, die XJ-Getränkeschänke der Familie Wildner und das Popcorn von Wolfgang Wimmer gehören für viele Gäste längst zum festen Bestandteil der Filmtage. Warum die Filmtage überwiegend unter der Woche stattfinden, erklärte Wimmer ebenfalls: Man möchte den anderen Veranstaltungen der Vereine oder anderen Festivitäten nicht in die Quere kommen.“ Die Filmtage sollen sich harmonisch in den Sommerkalender der Gemeinde einfügen. Der Auftakt war erst der Anfang: Weiter geht es am Mittwoch, 22. Juli, mit Ausgsting, am Donnerstag, 23. Juli, mit Das Kanu des Manitu, am Sonntag, 26. Juli, mit Xaver und sein außerirdischer Freund, am Dienstag, 28. Juli, mit Ein Sommer in Italien, am Mittwoch, 29. Juli, mit Karli und Marie, am Donnerstag, 30. Juli, mit Pumuckl und das große Missverständnis, am Samstag, 1. August, mit Extrawurst und am Sonntag, 2. August, mit Zweigstelle. Neusind in diesem Jahr drei fixe Ausweichtermine bei schlechtem Wetter: 03., 04. und 05. August. Ticketskosten zehn Euro, Einlass ist ab 19 Uhr, Filmstart bei Sonnenuntergang.
Artikel: Stephanie Gündogdu