Gemeinsam digitale Sache machen

03.07.2023

Nach fünf Jahren „Digitales Alpendorf“ feiert die ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel den Projektabschluss

Am Montag, den 03.07.2023 beging die ILE Zukunftsregion Rupertiwinkel mit ihrem Projektpartner, dem Technologiecampus Grafenau (TCG), den feierlichen Abschluss des Forschungsvorhabens „Digitales Alpendorf“. Dabei blickten ILE-Vorsitzender Hans-Jörg Birner und Professorin Dr. Diane Ahrens, die Leiterin des TCG, mit den Ehrengästen bei einem Festakt im Salitersaal in Kirchanschöring auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Als Dankeschön für das Engagement gab es für alle, die am Projekt mitgewirkt hatten, süße Energiebälle, Sonnenblumen und Urkunden.

Offiziell geht das Forschungsvorhaben „Digitales Alpendorf“ noch bis Ende September. Weil im Herbst aber die Landtagswahlen anstehen, hatten sich die Projektpartner auf eine vorgezogene Feier im Juli geeinigt. Den Festakt eröffnete Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner: „Eine schöne Projektpartnerschaft geht zu Ende“. Birner, der gleichzeitig den ILE-Vorsitz innehat, gestand, dass er mit einem lachenden und zugleich weinenden Auge auf die vergangenen fünf Projektjahre zurückblickt. Man habe viel ausprobiert und manches wieder verworfen. Am Ende seien viele digitale Dinge entstanden, die es nun zu verstetigen gilt. Dies gelinge jedoch nur, wenn der Fördergeber bei neuen Projekten sein Augenmerk auf die Verstetigung von bestehenden Elementen legt und weniger auf Projekte mit ausschließlich innovativem Charakter, so Birners Appel an die Staatsregierung. Professorin Diane Ahrens stellte anschließend die Idee hinter dem Digitalen Alpendorf vor: „Man muss Digitalisierung nutzen, um gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum zu unterstützen.“ Nur so könne man auch die Menschen auf dem Land halten. Mit Digitalisierung sei viel möglich. Allerdings dürfe man nie vergessen, dass die Technologien um den Menschen herumgebaut werden müssen. 

Im TCG, einer Forschungseinrichtung der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), hatte die ILE einen verlässlichen Partner gefunden. Hanna Schürzinger und Frank Edenharter, die beiden Projektleiter, zogen bei ihrer Präsentation Bilanz. Die sieben ILE-Kommunen Kirchanschöring, Petting, Fridolfing, Tittmoning, Waging a. See, Taching und Wonneberg seien tatsächlich digitaler geworden: Ein Teil der einst analogen Anschlagtafeln in den Gemeinden haben sich zu digitalen Infotafeln gewandelt. In der Region hat sich die „Biogenuss-Plattform“ etabliert. Medienschulungen für Seniorinnen und Senioren wurden ins Leben gerufen und ein „Virtuelles Naturerlebnis“ geschaffen. Doch auch die kommunalen Verwaltungen selbst profitieren vom „Digitalen Alpendorf“. Eigens für die Zukunftsregion entwickelte der TCG zusammen mit externen Partnern eine interkommunale, nachhaltige Beschaffungsplattform. Damit gelingt es den Kommunen in Zukunft, gemeinsam Kopier- oder Hygienepapier in größeren Mengen kostengünstig einzukaufen.

Im Forschungsvorhaben habe man manche Corona-Klippen umschiffen und etliche behördliche Hürden überwinden müssen, so die Projektleiter unisono. Doch am Ende ist die digitale Saat gesät. Nun liegt es an den Kommunen, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und auszubauen.

Text: Technologiecampus Grafenau