
Fair schenken im Rupertiwinkel
Rupertiwinkel, 2. November 2026
Weihnachten ist die Zeit des Schenkens. Wir wollen anderen eine Freude machen, und das ist gut so. Doch viele Geschenke haben eine Schattenseite, die man unter dem Christbaum nicht sieht. Die Fairtrade-Region Rupertiwinkel lädt deshalb dazu ein, in diesem Advent bewusst zu schenken: fair, regional, bio und gerne auch gebraucht.
„Das schönste Geschenk hat keine Schattenseite“, so lautet einer der Slogans einer Plakat- und Social-Media-Kampagne, die die Fairtrade-Steuerungsgruppen in der Adventszeit begleitet. Sie soll zeigen, wie einfach faires Schenken sein kann.
Was hinter vielen Geschenken steckt
Ein Großteil unseres Spielzeugs entsteht in Fabriken in China. Dort leisteten Arbeiterinnen und Arbeiter in der Produktion fürs Weihnachtsgeschäft laut dem Toys Report 2018 der Christlichen Initiative Romero zwischen 80 und 175 Überstunden im Monat. Auch die Schokolade im Adventskalender hat oft einen bitteren Beigeschmack: In Ghana und der Côte d’Ivoire arbeiten rund 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, die meisten unter gefährlichen Bedingungen.
Dazu kommt der Weg zu uns nach Hause. Allein im November und Dezember 2024 wurden in Deutschland rund 440 Millionen Paketsendungen erwartet. Nach Einschätzung von Online-Händlern geht etwa jede siebte Bestellung wieder zurück. Das bedeutet zusätzliche Fahrten, mehr CO₂ und Berge von Verpackungsmüll.
Auch beim Christbaumschmuck lohnt ein zweiter Blick. 2024 hat Deutschland Weihnachtsdekoration für rund 173 Millionen Euro eingeführt, gut die Hälfte davon aus China. Ein Großteil des weltweiten Weihnachtsschmucks wird in der chinesischen Stadt Yiwu hergestellt, überwiegend von Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern mit Zwölf-Stunden-Tagen.
Bewusst Fair schenken
Die Fairtrade Region Rupertiwinkel möchte daher dazu einladen, in diesem Jahr bewusst fair zu schenken. Diese Fairness beginnt nicht erst bei Produkten aus Übersee, sondern direkt vor unserer Haustüre. Wer vor Ort einkauft, hält das Geld in der Region. Das sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze, erhält lebendige Ortskerne und spart lange Lieferwege. Gute Ideen für faire und regionale Geschenke gibt es viele:
- ein Geschenkkorb aus dem Hofladen mit Honig, Käse, Bier oder Marmelade aus der Region
- faire Schokolade, Kaffee oder Tee aus dem Weltladen
- Gutscheine von Geschäften, Cafés und Handwerksbetrieben vor Ort
- Selbstgemachtes wie Plätzchen, Likör oder Gestricktes
- gemeinsame Zeit, etwa ein Ausflug, ein Essen oder ein Kurs
Wie nachhaltiges Weihnachten konkret aussehen kann, zeigen zwei Aktionen in der Region. Den Anfang macht der Kathreinmarkt in Tittmoning am 8. November: Ab 9 Uhr gibt es im Gang des Rathauses einen Basar für Advents- und Weihnachtsschmuck, bei dem gut erhaltene Stücke gegen eine Spende den Besitzer wechseln. Am 21. November geht es beim Anschöringer Weihnachtszauber in Kirchanschöring weiter. Ab 14 Uhr wird am Vereinsheim in der Laufener Straße 25 gebrauchter Christbaumschmuck verkauft – Kugeln, Sterne und Anhänger, die schon so manches Fest erlebt haben und nun ein neues Zuhause suchen. Statt neuer Importware landet so Schmuck mit Geschichte am Christbaum.
Die Fairtrade-Region Rupertiwinkel wünscht allen eine schöne und faire Adventszeit.
